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Deutsche Vornamen – Tradition und internationales Flair

Vornamen aus aller Welt ©iStockphoto, Thinkstock

Ob Klassiker mit langer Tradition oder zeitgenössische, international beeinflusste Kreationen – unter den deutschen Vornamen ist die Vielfalt gross. Wir beleuchten die beliebtesten deutschen Namen aus der Vergangenheit und der Gegenwart.

DEN deutschen Vornamen gibt es genauso wenig wie es DIE typische Deutsche oder DEN typischen Deutschen gibt. Dennoch gibt es unter vielen Namen Gemeinsamkeiten – sowohl bei den traditionellen als auch bei den zeitgenössischen.

Klassische deutsche Vornamen

Klassische deutsche Vornamen haben oft historische und kulturelle Wurzeln. Sie stammen häufig aus der germanischen, römischen und christlichen Tradition und wurden über Generationen hinweg weitergegeben. Auffallend ist, dass sowohl bei männlichen als auch weiblichen Namen oft einen Bezug zu «Stärke» vorliegt.

Beispiele für klassische deutsche Jungennamen

  • Hans: Kurzform von Johannes aus dem Hebräischen, bedeutet «Gott ist gnädig» oder «Jahwe ist gnädig»
  • Friedrich: althochdeutsch, bedeutet «friedlicher Herrscher»
  • Wilhelm: aus dem Althochdeutschen für «willensstarker Beschützer»
  • Heinrich: althochdeutschen Ursprungs, steht für «Heim» und «mächtig»
  • Karl: aus dem Althochdeutschen, steht für «freier Mann» oder einfach nur «Mann»
  • Hermann: aus dem Althochdeutschen mit der Bedeutung «Krieger» oder «Mann des Heeres»
  • Ludwig: althochdeutsch für «berühmter Krieger»
  • Albrecht: althochdeutsch für «edel» und «glänzend»
  • Rudolf: althochdeutsch für «ruhmreicher Wolf»
  • Bernhard: aus dem Althochdeutschen, bedeutet «starker oder tapferer Bär»

Beispiele für klassische deutsche Mädchennamen

  • Adelheid: althochdeutsch für «von edlem Wesen»
  • Hildegard: aus dem Althochdeutschen, bedeutet «Schutz» und «Garten»
  • Irmgard: althochdeutsch, mit der Bedeutung «Grosse» und «Schutz»
  • Gertrud: althochdeutsch für «Speer» und «Stärke»
  • Frieda: aus dem Althochdeutschen, steht für «die Friedliche» oder «die Schützende»
  • Liselotte: Kombination aus Elisabeth «mein Gott ist Fülle» und Charlotte «die Freie»
  • Mathilde: althochdeutsch, mit der Bedeutung «mächtige Kämpferin»
  • Roswitha: aus dem Althochdeutschen für «berühmte Stärke»
  • Wilhelmine: althochdeutsch, steht für «willensstarke Beschützerin»
  • Waldtraud: althochdeutschen Ursprungs, mit der Bedeutung «starke Herrscherin»

Diese Namen sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch in vielen deutschen Familien über Generationen hinweg beliebt geblieben.

Aktuell beliebte deutsche Vornamen

Die Trends in der Namensgebung ändern sich mit der Zeit, und moderne Einflüsse prägen die Wahl der Vornamen. Aktuell gehören folgende Beispiele zu den beliebtesten deutschen Vornamen. Auffallend ist, dass viele Namen kurz und in vielen Sprachen leicht auszusprechen sind.

Zurzeit beliebte deutsche Jungennamen

  • Noah: hebräisch, steht für «Ruhe» und «Trost»
  • Leon: aus dem Griechischen, bedeutet «Löwe»
  • Paul: lateinisch für «der Kleine» oder «der Geringe»
  • Ben: aus dem Hebräischen, früher vor allem als Kurzform von Benjamin bekannt und inzwischen vermehrt auch offiziell so verwendet, steht für «Sohn der rechten Hand» oder «Sohn des Südens»
  • Elias: griechische Form von Elijah, steht für «mein Gott ist Jahwe»
  • Matteo: italienische Form von Matthäus, mit der Bedeutung «Geschenk Gottes»
  • Henry: die englische Form von Heinrich, steht für «Heim» und «mächtig»
  • Luca: italienische Version von Lucas, bedeutet «Licht» oder «der aus Lucania Stammende»
  • Felix: aus dem Lateinischen für «der Glückliche» und «der Erfolgreiche»
  • Liam: irische Kurzform von William, steht für «starker Wille» und «entschlossener Beschützer»

Aktuell beliebte deutsche Mädchennamen

  • Emma: aus dem Althochdeutschen, bedeutet «allumfassend» und «gross»
  • Mia: Kurzform von Maria, bedeutet «die Geliebte» oder «die Bittere»
  • Sophia: griechisch für «Weisheit»
  • Hannah: hebräisch, steht für «Gnade» sowie «die Begnadete»
  • Emilia: aus dem Lateinischen, mit der Bedeutung «die Eifrige» oder «die Fleissige»
  • Lina: Kurzform der beiden Namen Karolina und Paulina, steht für «klein» und «zart»
  • Mila: slawisch, steht für «lieb» oder «gnädig»
  • Ella: Kurzform der beiden Namen Helena und Elisabeth, bedeutet «Licht» oder «die Gott verehrt»
  • Klara: lateinisch, bedeutet «klar» und «hell»
  • Lia: aus dem Hebräischen, steht für «müde» oder «die Ermüdete»

Einflussfaktoren auf die Namenswahl

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Wahl eines deutschen Vornamens. Eine grosse Rolle spiele Familientraditionen. Oft werden Namen vergeben, welche traditionell in der Familie verwendet werden oder wurden. Auch kulturelle oder religiöse Faktoren der Familie sind wichtige Anhaltspunkte. Aber auch Einflussbereiche ausserhalb der eigenen Familie werden zunehmend bedeutender – seien dies internationale Einflüsse oder Inspirationen durch Prominente.

Trends bei deutschen Vornamen

In den letzten Jahren sind bei der Vergabe von deutschen Vornamen verschiedene Trends zu erkennen. Doch bevor es um neuere Entwicklungen geht, sei gesagt: klassische und traditionelle Namen wie Emma, Marie, Max oder Paul sind nach wie vor beliebt. Vielleicht ist dies nicht zuletzt der Fall, da sie mit dem Trend zu kurzen und einfachen Namen vereinbar sind. Oft werden kurze, simple Namen gewählt, da diese auch leicht zu schreiben und auszusprechen sind – und somit auch international weniger Probleme bergen als lange, schwer zu buchstabierende Namen. Die globalisierte und vernetzte Welt führt aber auch dazu, dass gerade im Ausland beliebte Namen immer mehr Einfluss auf deutsche Vornamen haben. Nicht zu verachten ist auch der Einfluss von Prominenten aus dem In- und Ausland auf die Namensgebung. Allgemein werden Eltern bei deutschen Vornamen zusehends auch kreativer und vielfältiger – indem sie beispielsweise traditionelle Namen auch mit modernen, internationalen Elementen kombinieren. Ebenfalls feiern ältere Namen, welche zwischenzeitlich nur noch sehr selten vergeben wurden, teilweise Comebacks. In Deutschland sind unter anderem Frieda, Clara oder Karl entsprechende Beispiele, die auf die Rückbesinnung auf traditionelle Namen schliessen lassen. Auch geschlechterunspezifische Namen wie Alex, Kim oder Robin verzeichnen in den letzten Jahren einen Aufschwung.

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